Suchen und Finden mit Ack, statt grep

Der folgende Beitrag ist ein Reblog von Sujeevan “svij” Vijayakumaran vom 27. April 2014 (CC-BY-SA). Ich hab so meine Problemchen mit grep (es artet schnell in Ketten aus). Außerdem ist Ack in Perl geschrieben. Aber lest selbst.

Nutzer der Kommandozeile suchen häufig nach Suchmustern in Dateien. Das gängigste Tool ist wohl grep. Mit „ack“ gibt es hingegen eine Alternative die besonders für Programmierer geeignet ist.

Ack ist komplett in Perl geschrieben und nutzt grundsätzlich den Funktionsumfang der Regulären Ausdrücke von Perl. Der Schwerpunkt von ack liegt in der Optimierung für Programmierer, denn ack beachtet im Standard bereits schon einige Dinge um nicht unnötige Verzeichnisse zu durchsuchen.

Die Anwendung ack ist in den gängigen Paketquellen der Linux-Distributionen enthalten. Unter Fedora oder ArchLinux heißt das Paket schlicht „ack“, in Debian-basierten Distributionen hingegen „ack-grep“.

Ack nutzen

Ack sucht im Standard rekursiv. Als Nutzer muss man also, nicht wie bei grep, ein „-r“ für rekursives Suchen mit angeben. Die Funktionsweise von Ack wird hier an Hand diesen Repositories deutlich gemacht.

Wenn man nun beispielsweise in einem Quellcode nach „Database“ suchen will, reicht folgender Befehl:

ack Database

Ack sucht rekursiv nach dem String „Database“. Das Ergebnis wird dabei mit Hilfe von verschiedenen Farben hervorgehoben. Sichtbar sind drei Dinge: Dateiname, Zeilennummer, sowie Zeilen-Inhalt mit hervorgehobenen Suchbegriff. Im Gegensatz zu grep ist die Standard-Ausgabe von ack deutlich besser lesbar als die von grep.

Weiterhin dürfte einigen noch ein Detail auffallen: Bei der Suche mit grep werden Suchergebnisse auch aus dem „.git“-Unterverzeichnis gefunden, was bei ack nicht der Fall ist. Ack sucht nämlich nicht in Verzeichnissen von Versionsverwaltungssystemen. So werden unter anderem „.git“ oder „.svn“ Verzeichnisse nicht durchsucht, da man schließlich in echten Dateien suchen will und nicht in Repository-Dateien. Ebenfalls durchsucht ack keine Backup-Dateien, wie etwa „beispiel~“ oder Binärdateien. Die Macher von ack begründen dies um falsche Such-Treffer zu verhindern bzw. auszublenden.

Mein Beispiel-Repository ist ein Android-Projekt, in dem nicht nur Java-Code enthalten ist, sondern auch XML-Dateien und einige Binärdateien und Java-Klassen die während der Entwicklung automatisch generiert werden. Mit ack ist es auch sehr einfach möglich bestimmte Suchbegriffe auf einzelne Programmiersprachen zu beschränken.

Wenn man nun nach „Database“ nur in Java-Dateien suchen will, kann man einfach

ack --java Database

ausführen. Wenn man hingegen nur in XML-Dateien suchen möchte, geht auch folgender Befehl:

ack --xml Database

Besonders in größeren Software-Projekten ist dies praktisch, besonders dann wenn mehrere verschiedene Programmiersprachen zum Einsatz kommen. Die Dateityp-basierte Suche lässt sich ebenfalls umdrehen, sodass man beispielsweise explizit nicht in XML-Dateien suchen möchte.

ack --noxml Database

Ack nutzt in dieser Funktion nicht nur die Datei-Endung der einzelnen Dateien in der Ordner-Struktur, sondern prüft auch die Shebang-Zeile, so dass auch Dateien oder Skripte ohne Dateiendung aber mit Shebang-Zeile richtig erkannt und durchsucht werden.

Weiterhin unterstützt ack die alt-bekannten Kommandozeilen Optionen von grep, wie etwa „-i“ für case-insensitive Suchen oder „-v“ für eine invertierte Suche.

Ack besitzt noch zahlreiche weitere Optionen, die sich in der Dokumentation nachlesen lassen. Programmierer dürften ack mit dessen Funktion durchaus einiges abgewinnen, da es schnell sucht und übersichtliche Ergebnisse liefert. Nichtsdestotrotz ist und bleibt grep ein Tool, welches man weiterhin nutzen kann, da es schließlich auf jedem unixoiden Betriebssystem im Standard vorhanden ist.

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